Mit dem Online-Portal des Joachim-Raff-Archivs bereitet das Archiv-Team Schritt für Schritt die sämtliche Korrespondenz Raffs auf (hier). Bis jetzt werden die Briefe mittels Regesten (Kurzzusammenfassungen) inhaltlich erschlossen und mit den Registern verknüpft. Das soll sich nun ändern – das Portal soll auch für Volltexteditionen genutzt werden. Um die ersten Schritte hin zu diesem Ziel zu unternehmen, verbrachten die Musikwissenschaftler Stefan König, Ulrike Roesler, Daniel Tiemeyer und Jannik Franz gemeinsam mit dem Archivleiter Severin Kolb vom 15. bis zum 20. Februar eine intensive und schneereiche Briefwoche im Prättigau. Dennis Ried, der das Online-Portal betreut, schaltete sich mehrfach digital dazu.
Die Gruppe beschäftigte sich während fünf Tagen intensiv mit Raffs dem umfangreichen und inhaltlich überaus wertvollen Briefwechsel mit seiner Stuttgarter Freundin Kunigunde Heinrich, klärte grundlegende Fragen zur Briefedition und verfasste detaillierte Richtlinien, auf die in Zukunft gebaut werden kann. Mit der Edition der über 80 Seiten (im Word-Dokument) umfassenden Texte dieser Quelle erster Güte selbst wurde das Team zwar noch nicht fertig, doch sie sollen im Sommer im Portal publiziert werden. Parallel dazu konnten die Grundlagen für ein Ortsregister gelegt werden. Auf diesen Ergebnissen baut auch die Edition von Raffs Schrift «Die Wagnerfrage» von Severin Kolb auf, die ebenfalls demnächst im Portal publiziert wird. Glücklicherweise blieb neben all den Arbeiten auch noch etwas Zeit für Spaziergänge im Schnee und traditionelle Schweizer Küche. Ein herzliches Dankeschön geht an die engagierten Kolleg*innen, die diese Briefwoche ermöglicht haben und mit ihren Kenntnissen zu (digitaler) Edition, zu Raff und zum Liszt-Kontext enorm viel zu ihrem Gelingen beigetragen haben. Eine Fortsetzung im nächsten Jahr ist geplant!

