Erste Raff-Neuausgaben bei Breitkopf & Härtel

Im Herbst geht es los! Breitkopf & Härtel gibt den Startschuss für eine grössere Reihe von Neuausgaben Raff’scher Werke.

Prof. Dr. Ulrich Mahlert eröffnet diese Reihe mit den drei Klaviersonaten Raffs (op. 14I, op. 14II, op. 168). Die erste erschien unter der Opuszahl 14 vor 173 Jahren bei keinem geringeren Verlag als Breitkopf & Härtel selbst: Der erste Musikverlag der Geschichte gehörte zu den ersten, die Werke von Joachim Raff (auf Empfehlung von Felix Mendelssohn Bartholdy) publizierten: Raffs opp. 2-14 wurden vom Leipziger Verlag in den Stich gegeben. Das wegen den sich zunächst schlecht verkaufenden Werken Raffs zwischenzeitlich gespannte Verhältnis hellte sich gegen sein Lebensende deutlich auf: Mit der Konzertante „Die Tageszeiten“ op. 209 und dem Oratorium „Welt-Ende – Gericht – Neue Welt“ op. 212 erschienen dort zwei von Raffs Schlüsselwerken. Ab den 1870er Jahren ersetzte der Komponist zudem einige seiner frühen Werke durch Neukompositionen, so auch die Sonate op. 14. Zwischen diesen beiden komplett verschiedenen Versionen von op. 14 steht Raffs „Fantasie-Sonate“ op. 168, die er kurz nach Ende des Deutsch-Französischen Krieg Camille Saint-Saëns widmete.

Auch Kammermusik-Freunde kommen auf ihre Kosten: Dr. Stefan König, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Reger-Institut Karlsruhe und unermüdliche Kraft beim Aufbau des Joachim-Raff-Archivs, sowie Severin Kolb, der Leiter des Raff-Archivs, gingen der Odyssee der ersten beiden  Streichquartette op. 77 bzw. op. 90 nach – gewichtige, dichte Werke von hohem Anspruch, geschrieben für die besten Musiker seiner Zeit.

Die Joachim-Raff-Gesellschaft freut sich sehr auf die weitere Zusammenarbeit mit diesem renommierten Verlagshaus. Blättern Sie doch im Verlags-Katalog, der auch über Raffs Werke hinaus spannende Neuausgaben enthält!

 

 

 

 

Raffs Cellokonzert Nr. 1 in Bern

Weit über 1000 Besucher strömten am Wochenende vom 23./24 Juni in den Berner Kursaal, um zwei Aufführungen eines Programms mit Werken von Franz Schubert (Ouvertüre D-Dur), Joachim Raff (Cellokonzert Nr. 1. d-Moll) und Ludwig van Beethoven (Sinfonie Nr. 6 F-Dur «Pastorale») zu hören, das zum Ausklang der Saison noch einmal die Leute begeisterte. Das Berner Symphonieorchester unter der Leitung von Mario Venzago, der sich schon vielfach der Musik Raffs annahm, interpretierte die Werke. Der Musik- und Theaterwissenschaftler Mark Schulze Steinen, der auch mit den Berliner Philharmonikern und den Salzburger Festspielen zusammenarbeitet, übernahm die Konzerteinführung und verwies dabei auf die Aktivitäten der Joachim-Raff-Gesellschaft.

Raffs Werk und die Interpretation von Christoph Croisé begeisterten das Publikum gleichermassen, und wir durften mit Genugtuung feststellen, dass der grosse Applaus diesem Werk und seinen Interpreten galt.

SRF2 Kultur zeichnete das Konzert am Samstag auf und sendet es im Rahmen von «Pavillon Suisse» am Donnerstag, 05. Juli 2018 um 20:00 Uhr – das zweite Konzert mit Musik Raffs innert zwei Jahren. Christoph Croisé wird übrigens das zweite Cellokonzert (WoO 44) anlässlich des Eröffnungskonzerts des Joachim-Raff-Archivs am Samstag, dem 8. September 2018, 17:30 Uhr in der Pfarrkirche Lachen mit der Camerata Schweiz unter der Stabführung von Giovanni Bria zur Aufführung bringen – wir freuen uns!

(Foto: Res Marty)

JRA-Eröffnungsveranstaltung: Symposium

Freitag, 7. September 2018
Hotel Marina, Lachen
Raffs Instrumentalmusik

Moderation: Severin Kolb
09:00–09:30 Begrüssung: Res Marty (Altendorf), Einführung: Severin Kolb (Zürich)
09:30–10:15 Dr. Stefan König (Karlsruhe): Raffs Klaviermusik
10:15–10:45 Kaffeepause
10:45–11:30 Prof. Dr. em. Hans-Joachim Hinrichsen (Zürich): Raffs Kammermusik
11:30–12:15 Dominik Kreuzer (Zürich): Raffs Sinfonik
12:15–13:30 Mittagspause

Raffs Vokalmusik

Moderation: Dominik Kreuzer
13:30–14:15 Prof. Dr. Oliver Korte (Lübeck): Raffs Lieder
14:15–15:00 Dr. phil. habil. Rainer Bayreuther (Trossingen): Raffs Chorwerke
15:00–15:30 Kaffeepause
15:30–16:15 Dr. Angelika Tasler (Marburg): Raffs Opern im Kontext

Raff und seine Interpreten

16:15–17:00 Simon Kannenberg (Hamburg): Raff und seine Interpreten

Samstag, 8. September 2018
Joachim-Raff-Archiv (an Raffs Geburtsstätte, Seeplatz 1)
Raff als Schriftsteller, Gelehrter und Pädagoge

Moderation: Dr. Stefan König
09:00–09:45 Lion Gallusser (Zürich): Raff als gelehrter Komponist: Fallstudie «Samson»
09:45–10:30 Prof. Dr. Christoph Hust (Leipzig): Raff als Pädagoge
10:30–11:00 Kaffeepause
11:00–11:30 Res Marty, Dr. Stefan König, Severin Kolb: Besichtigung Raff-Archiv

Raff-Rezeption und Nachlass

Moderation: Lion Gallusser
11:30–12:15 Dr. Jürgen Schaarwächter (Karlsruhe): Raff-Rezeption USA
12:15–14:00 Mittagessen
14:00–14:45 Dr. Maximilian Schreiber (München): Raffs Nachlass in der Bayerischen Staatsbibliothek

Raff-Editionen

14:45–15:05 Volker Tosta (Stuttgart): Edition Nordstern
15:05–15:25 Nick Pfefferkorn (Wiesbaden/Leipzig): Breitkopf & Härtel
15:25–15:45 Mark Thomas (Stroud, UK): Raff-Werkverzeichnis

17:30 Eröffnungskonzert, Katholische Kirche Lachen

JRA-Eröffnungskonzert

Samstag, 8. September 2018, 17.30 Uhr
Katholische Kirche Lachen
Programm: Kompositionen von Joachim Raff

Harmoniemusikverein Lachen, Leitung: Hanspeter Kunz
3. Satz aus der Sinfonie Nr. 5 E-Dur op. 177, «Lenore»: «Trennung» – Marschtempo (1872; arr. Willy Honegger, Uraufführung)

Cäciliachor Lachen, Leitung: Vincenzo Allevato (Orgel)
«Alma Redemptoris Mater» aus «Vier Marianische Antiphone» WoO. 27 (1868)

Johanna Prielmann (Sopran), Vincenzo Allevato (Orgel)
«Ave Maria» aus «Sanges-Frühling» op. 98 (1864, Text: Ernst [Matthias Jacob Schleiden])

Frauenchor Lachen, Leitung: Helena Stocker
«Vergissmeinnicht» aus «Zwölf zweistimmige Gesänge» op. 114 (1865, Text: A. H. Hoffmann von Fallersleben)

«Der Frühling ist ein starker Held» aus WoO. 47 (1872, Text: Emanuel Geibel)

Bläser des Sinfonieorchesters Kanton Schwyz, Leitung: Urs Bamert
Sinfonietta für zehn Bläser op. 188 (1874)
Allegro – Allegro molto – Larghetto – Vivace

Erster Teil des Konzerts: ca. 50 min

— Pause —

Jugendorchester Ausserschwyz: Leitung: Judith Zehnder
Cavatine op. 85 Nr. 3 (1862, Arrangement von Francis Salabert für Salonorchester, 1911)

Vincenzo Allevato (Orgel)
Introduktion und Fuge, WoO. 25 (1867)

Zusammenarbeit mit «Musiksommer am Zürichsee»: Christoph Croisé (Cello), Camerata Schweiz Leitung: Giovanni Bria
Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 2 G-Dur, WoO. 44 (1876)
Allegro – Andante – Allegro vivace

Zweiter Teil des Konzerts: ca. 40 min