Das Archiv
der Joachim-Raff-Gesellschaft

Eine neue Grundlage für die Raff-Forschung

2016 hat sich die Joachim-Raff-Gesellschaft ein grosses Ziel gesetzt. Sie will bis im Herbst 2018 das seit 1972 bestehende Archiv grundsätzlich überarbeiten, ergänzen und auf einen aktuellen wissenschaftlichen Stand bringen.

Mit einer grossangelegten Geldsammlung beim Kanton Schwyz, der Gemeinde Lachen, vielen Stiftungen und gemeinnützigen Organisationen konnte ein Betrag zusammengetragen werden, der dieses Ziel erreichen lässt.

In Lachen wird bald das umfangreichste Kompetenzzentrum über Joachim Raff, sein Leben und Werk eröffnet. Bereits heute nutzen viele Musik- und Kulturschaffende sowie auch Wissenschaftler das immer mehr zugängliche Archiv.

Ein Projektteam bestehend aus Musikwissenschaftlern, einem Informatiker und dem Präsidenten der JRG ist nun seit bald zwei Jahren dabei, die bestehenden Bestände systematisch zu durchforsten, zu ergänzen und zu systematisieren. In allen bedeutenden Archiven der Schweiz, Österreich und Deutschland und bis nach Oslo wurde nach Raff-Beständen geforscht, Scans erstellt und alles fein säuberlich in geeigneten Behältnissen aufbewahrt.

Alle Bücher, Notenmaterialen, Dokumente, Schallplatten und CD-Sammlung, Bilder, Stiche und Fotografien, aber auch die Vereinsakten der JRG werden auf den aktuellsten Stand gebracht. Die Briefe transkribiert, zu Regesten verarbeitet und schlussendlich digitalisiert der Öffentlichkeit und der Musikwissenschaft zur Verfügung gestellt. Das Projektteam konnte dabei auf die uneigennützige Mitarbeit von Dr. Stefan König vom Max-Reger-Institut in Karlsruhe zählen. Er hat dort ebenfalls entscheidend beim Aufbau dieses Archivs mitgearbeitet. Das Reger-Institut zählt zu den modernsten musikwissenschaftlichen Archiven von Deutschland.

Bereits heute darf man feststellen, dass das Archiv bedeutende, bisher unbekannte Erkenntnisse über das Musikschaffen im 19. Jahrhundert im Umfeld von Franz Liszt, Richard Wagner, Hans von Bülow, Clara Schumann, Hector Berlioz und vielen weiteren Musikgrössen dieser Zeit zu Tage fördern wird.

Die Gemeinde Lachen vermietet ab dem 1. August 2018 der JRG entsprechende Räume im Parterre des alten Gemeindehauses am Seeplatz 1, der Geburtstätte von Joachim Raff, zu günstigen Konditionen. Der Seeplatz 1 befindet sich unmittelbar beim Joachim-Raff-Platz und in der Nähe des Joachim-Raff-Denkmals. Dort werden – öffentlich zugänglich – die umfangreichen Bestände mit über 40 Originalbriefen von Joachim Raff, aber auch Briefen von Franz Liszt, Clara Schumann, Hans von Bülow und vielen weiteren Musikern präsentiert. Zudem finden sich im Archiv zahlreiche Musikautographen, seltene Buchbestände, CDs und Schallplatten, Stiche und Bilder aus dem 19. Jahrhundert sowie als Leihgabe das bis jetzt einzige bekannte Ölportraitbild von Raff aus den Beständen des Historischen Museums Frankfurt a. M. Ein Fortepiano aus dem 19. Jahrhundert wird dem Joachim-Raff-Archiv von einem grosszügigen Leihgeber aus dem Tessin bis auf Weiteres zur Verfügung gestellt. Wichtige Dokumente und weitere Memorabilien machen das Archiv zu einem attraktiven und sehenswerten Ausstellungsort.

Auf dieser Website informieren wir regelmässig über die weitere Entwicklung dieses Mammutprojekts der JRG.

Öffnungszeiten

Samstag 10.00 bis 17.00 Uhr

Individuelle Öffnungszeiten, Führungen, Spezialanlässe: Bitte kontaktieren Sie

  • Res Marty, Präsident Joachim-Raff-Gesellschaft (079 212 98 25)
    oder
  • Severin Kolb, Leiter Joachim-Raff-Archiv (076 538 11 54)