Karl Klindworth (1830-1916), Komponist, Dirigent, Musikpädagoge und Klaviervirtuose lernte Franz Liszt und Joachim Raff 1852 kennen. Er gehörte bald zum engen Kreis der Weimaraner. Ab 1855 begann seine Freundschaft mir Richard Wagner. 1868 folgte er einem Ruf von Nikolai Rubinstein als Leiter einer Klavierklasse am Konservatorium in Moskau und lernte dabei auch P. J. Tschaikowski kennen und schätzen. 1882 kam er nach Berlin und ab 1884-1886 leitete er zusammen mit Joseph Joachim und Franz Wüllner die damalige Berliner Philharmonie. Raffs Siegersinfonie Nr. 1 der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien von 1863 stand an diesem Konzert, das vor 140 Jahren stattfand, auf dem Programm. Ein überaus bedeutungsvolles Exponat für das Archiv!
Die Weimarer Zeit: Klindworth und Raff gehörten beide zum legendären Schüler- und Freundeskreis von Franz Liszt in Weimar. Während der Schweizer Komponist Raff dort ab 1850 als Liszts Assistent arbeitete, war der deutsche Klaviervirtuose Klindworth ab 1852 Liszt-Schüler.
Künstlerische Zusammenarbeit: Klindworth schätzte Raffs Musik sehr und arbeitete eng mit dessen Werken. So widmete Raff ihm seine 1849 komponierten 3 Salonstücke, Op. 56. Später edierte Klindworth beispielsweise bekannte Klavierstücke von Raff (wie die La fileuse, Op. 157 no.2) und fertigte 1884 Klavierarrangements aus Raffs Oper Dornröschen an.
Das Konzert von 1886 in Berlin war also alles andere als zufällig! Gerade das Dornröschen-Thema ist ja noch höchstaktuell!

