Raffs «Lenore» – Ein gespenstischer Vorläufer der Filmmusik

Liebe, Abschiedsschmerz, Trauer – in seiner Symphonie «Lenore», die sich auf die damals berühmte gleichnamige «Sturm und Drang»-Ballade von G. A. Bürger bezieht, thematisiert Joachim Raff die grossen Gefühle. Am Samstag, dem 28.10.2017, wird sie im Rahmen des Abschlusskonzerts des «Musiksommers am Zürichsee» unter Giovanni Bria zum ersten Mal in Lachen, am Geburtsort des Komponisten, aufgeführt. „Raffs «Lenore» – Ein gespenstischer Vorläufer der Filmmusik“ weiterlesen

Erst der Anfang: 800 Neueinträge ins Briefverzeichnis aus München

Der erste einer Reihe von Besuchen in der Bayerischen Staatsbibliothek übertraf unsere Erwartungen bei Weitem. Im Rahmen des Archiv-Projektes arbeitet die Joachim-Raff-Gesellschaft an der Erschliessung des umfangreichen Nachlasses von Raff, den seine Tochter der Münchner Bibliothek vermacht hat. Aufgeteilt auf die Signaturen „Raffiana I“ bis „Raffiana XII“ liegen kistenweise Material zu Raffs Leben im Archiv und warten auf die Auswertung. Alleine „Raffiana I“ umfasst zwei grosse Kisten, in denen die von Raff aufbewahrten Briefe alphabetisch nach Absender geordnet abgelegt sind, insgesamt gut 1000 Briefe, zahlreiche davon aus der Feder der führenden Komponisten und Musiker seiner Zeit. Neben über 140 Briefen von Raffs engstem Freund Hans von Bülow finden sich jeweils etliche Briefe von Clara Schumann, Julius Stockhausen, Carl Reinecke, Pablo de Sarasate, Bernhard Cossmann, Joseph Joachim usw., usw. Die langen und intimen Briefe von Raffs Ersatzmutter Kunigunde Heinrich, des Stuttgarter Dichters Gotthold Logau, der das Libretto zur Oper „König Alfred“ schrieb, seines Weimarer „Mitmarls“ Dionys Pruckner oder seines Wiesbadener Dichterfreundes Karl Kösting geben einen spannenden, intimen Einblick in Raffs Wesen als Mensch und in seine Sicht auf das Leben. Die Arbeit hat damit erst begonnen: In „Raffiana II“ warten gut 400 Familienbriefe Raffs auf die Erschliessung, die meisten davon an seine Verlobte und spätere Ehefrau Doris Genast, die oft genug zwischen zehn und zwanzig Seiten umfassen können.

Raff in der KunstKlangKirche

Sonntag, 2. Juli, 19.30 Uhr, Johanneskirche Zürich

Orgelkonzert «Made in Switzerland»

Werke von Raff (Introduction und Fuge in e), Honegger (Choral), Wehrli (5 Choralvorspiele), Reichel (Pastorale), Ducommun (3e Suite, Uraufführung) und Bovet (Ricercare & Salamanca)

Eintritt frei – Kollekte – Apéro

Lieder der Maria Stuart

Kürzlich ist bei den bmn-medien in Basel eine neue CD u.a. mit Kompositionen von Joachim Raff erschienen. Die in Basel lebende und arbeitende Sopranistin Franziska Hirzel sowie der Pianist Tobias Schabenberger interpretieren dabei Lieder der Maria Stuart. Dass Raffs Zyklus von Gesängen (op. 172) über Maria Stuart (neben gleichlautenden Werken u.a. von Loew, Schumann. Elgar und Wagner) dazu gehören, freut den Vorstand – und Sie alle bestimmt auch.

Wir zitieren aus dem ausführlichen, dazugehörenden Booklet: «… Raff, der Schumanns 20 Jahre zuvor entstandene Vertonung ‹Gedichte der Königin Maria Stuart, op. 135› mit Sicherheit kannte, schuf einen ganz eigenständigen, musikalisch sehr anspruchsvollen Zyklus, der ein lebendiges Bild Maria Stuarts entstehen lässt und zu entdecken lohnt… Anders als Raffs Zyklus hat sich Schumanns op. 135 im Konzertleben etabliert».

— Res Marty

Auf den Spuren eines «denkenden Musikers»: Ein Joachim-Raff-Archiv für Lachen (SZ)

Wie kaum ein anderer Komponist, der auf Schweizer Boden geboren wurde, konnte Joachim Raff (1822–1882) zu Lebzeiten internationale Erfolge feiern und sich zu den meistgespielten Komponisten im deutschen Kulturkreis zählen. Nach seinem Tod geriet sein umfangreiches Oeuvre aber allmählich in Vergessenheit und wurde in der Musikgeschichtsschreibung zur Fussnote degradiert. Doch die Erforschung seiner Biographie und seiner Werke können einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts leisten. Mit der Gründung eines Joachim-Raff-Archivs will die Joachim-Raff-Gesellschaft Quellen zu seinem Wirken aufbereiten und der Forschung zugänglich machen. „Auf den Spuren eines «denkenden Musikers»: Ein Joachim-Raff-Archiv für Lachen (SZ)“ weiterlesen