Gespräch mit Res Marty auf SRF2 Kultur

Gestern besuchte uns Andreas Müller-Crepon von Radio SRF2 Kultur im Joachim-Raff-Archiv. Sein kurzes Gespräch mit Res Marty wird morgen Freitag (24.8.2018) um 7:15 sowie um 12:03 gesendet und wird danach auch als Podcast hörbar sein.

UPDATE: Im freitäglichen Podcast kann man sich den Beitrag unter untenstehendem Link anhören und runterladen (ab 5:05 beginnt der Beitrag)

https://www.srf.ch/sendungen/kultur-kompakt/heikle-fragen-im-kirchner-museum-davos

Schalten Sie sich doch zu!

Ein neuer Mitbewohner im Raff-Archiv

Das lange Warten hat ein Ende! Seit heute Mittag dürfen wir das frisch renovierte Fortepiano der Manufaktur Franz Bayer aus dem Jahr 1868, das uns der Tessiner Unternehmer Lorenzo Maria Olgiati zu unserer Freude zur Verfügung stellt, endlich an seinem vorgesehenen Platz in den Räumlichkeiten des Raff-Archivs bewundern.

(Wir berichteten im Januar 2017 über den Umzug und die Geschichte des Instruments: http://joachim-raff.ch/ein-fortepiano-aus-raffs-zeit-fuer-die-jrg/)

Für den Umzug reisten Emanuel Lardi, der das wertvolle Instrument aufwendig restauriert hatte, und sein Mitarbeiter Igor Eriomenco extra mit ihrer Wundermaschine aus dem Bündnerland an, und wir danken ihnen herzlich, dass sie das Instrument mit ihrer Wundermaschine krätze- und dellenfrei über alle Hindernisse befördert haben.

Die ersten Klänge des Instruments klangen noch eher nach John Cage als nach der Tonsprache des 19. Jahrhunderts – doch wir sind überzeugt, dass es jene von Joachim Raff auch noch erlernen wird und freuen uns, es in Aktion zu hören!

Herzlichen Dank einmal mehr an Lorenzo, Herrn Lardi und Herrn Eriomenco!

Nachschub an Büromaterial für das Archiv

In den letzten Monaten haben wir gewütet – Nachschub an Büromaterialien für das Archiv war vonnöten. Herzlichen Dank an McPaperland für den erneut sehr grosszügigen Rabatt und die schnelle Lieferung! In der Zwischenzeit werden wir immer heimischer in den Archiv-Räumlichkeiten…

Neue Vitrinen für das Archiv!

Seit Montag stehen acht neue Vitrinen im Joachim-Raff-Archiv. Wir danken der Firma Gawela herzlich für die Lieferung vor Ort, den freundlichen Kontakt und den netten Rabatt. Noch einen Monat bis zur Eröffnung – nun müssen die Vitrinen gefüllt werden!

Erste Raff-Neuausgaben bei Breitkopf & Härtel

Im Herbst geht es los! Breitkopf & Härtel gibt den Startschuss für eine grössere Reihe von Neuausgaben Raff’scher Werke.

Prof. Dr. Ulrich Mahlert eröffnet diese Reihe mit den drei Klaviersonaten Raffs (op. 14I, op. 14II, op. 168). Die erste erschien unter der Opuszahl 14 vor 173 Jahren bei keinem geringeren Verlag als Breitkopf & Härtel selbst: Der erste Musikverlag der Geschichte gehörte zu den ersten, die Werke von Joachim Raff (auf Empfehlung von Felix Mendelssohn Bartholdy) publizierten: Raffs opp. 2-14 wurden vom Leipziger Verlag in den Stich gegeben. Das wegen den sich zunächst schlecht verkaufenden Werken Raffs zwischenzeitlich gespannte Verhältnis hellte sich gegen sein Lebensende deutlich auf: Mit der Konzertante „Die Tageszeiten“ op. 209 und dem Oratorium „Welt-Ende – Gericht – Neue Welt“ op. 212 erschienen dort zwei von Raffs Schlüsselwerken. Ab den 1870er Jahren ersetzte der Komponist zudem einige seiner frühen Werke durch Neukompositionen, so auch die Sonate op. 14. Zwischen diesen beiden komplett verschiedenen Versionen von op. 14 steht Raffs „Fantasie-Sonate“ op. 168, die er kurz nach Ende des Deutsch-Französischen Krieg Camille Saint-Saëns widmete.

Auch Kammermusik-Freunde kommen auf ihre Kosten: Dr. Stefan König, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Reger-Institut Karlsruhe und unermüdliche Kraft beim Aufbau des Joachim-Raff-Archivs, sowie Severin Kolb, der Leiter des Raff-Archivs, gingen der Odyssee der ersten beiden  Streichquartette op. 77 bzw. op. 90 nach – gewichtige, dichte Werke von hohem Anspruch, geschrieben für die besten Musiker seiner Zeit.

Die Joachim-Raff-Gesellschaft freut sich sehr auf die weitere Zusammenarbeit mit diesem renommierten Verlagshaus. Blättern Sie doch im Verlags-Katalog, der auch über Raffs Werke hinaus spannende Neuausgaben enthält!

 

 

 

 

Raffs Cellokonzert Nr. 1 in Bern

Weit über 1000 Besucher strömten am Wochenende vom 23./24 Juni in den Berner Kursaal, um zwei Aufführungen eines Programms mit Werken von Franz Schubert (Ouvertüre D-Dur), Joachim Raff (Cellokonzert Nr. 1. d-Moll) und Ludwig van Beethoven (Sinfonie Nr. 6 F-Dur «Pastorale») zu hören, das zum Ausklang der Saison noch einmal die Leute begeisterte. Das Berner Symphonieorchester unter der Leitung von Mario Venzago, der sich schon vielfach der Musik Raffs annahm, interpretierte die Werke. Der Musik- und Theaterwissenschaftler Mark Schulze Steinen, der auch mit den Berliner Philharmonikern und den Salzburger Festspielen zusammenarbeitet, übernahm die Konzerteinführung und verwies dabei auf die Aktivitäten der Joachim-Raff-Gesellschaft.

Raffs Werk und die Interpretation von Christoph Croisé begeisterten das Publikum gleichermassen, und wir durften mit Genugtuung feststellen, dass der grosse Applaus diesem Werk und seinen Interpreten galt.

SRF2 Kultur zeichnete das Konzert am Samstag auf und sendet es im Rahmen von «Pavillon Suisse» am Donnerstag, 05. Juli 2018 um 20:00 Uhr – das zweite Konzert mit Musik Raffs innert zwei Jahren. Christoph Croisé wird übrigens das zweite Cellokonzert (WoO 44) anlässlich des Eröffnungskonzerts des Joachim-Raff-Archivs am Samstag, dem 8. September 2018, 17:30 Uhr in der Pfarrkirche Lachen mit der Camerata Schweiz unter der Stabführung von Giovanni Bria zur Aufführung bringen – wir freuen uns!

(Foto: Res Marty)

Raffs «Lenore» – Ein gespenstischer Vorläufer der Filmmusik

Liebe, Abschiedsschmerz, Trauer – in seiner Symphonie «Lenore», die sich auf die damals berühmte gleichnamige «Sturm und Drang»-Ballade von G. A. Bürger bezieht, thematisiert Joachim Raff die grossen Gefühle. Am Samstag, dem 28.10.2017, wird sie im Rahmen des Abschlusskonzerts des «Musiksommers am Zürichsee» unter Giovanni Bria zum ersten Mal in Lachen, am Geburtsort des Komponisten, aufgeführt. „Raffs «Lenore» – Ein gespenstischer Vorläufer der Filmmusik“ weiterlesen

Erst der Anfang: 800 Neueinträge ins Briefverzeichnis aus München

Der erste einer Reihe von Besuchen in der Bayerischen Staatsbibliothek übertraf unsere Erwartungen bei Weitem. Im Rahmen des Archiv-Projektes arbeitet die Joachim-Raff-Gesellschaft an der Erschliessung des umfangreichen Nachlasses von Raff, den seine Tochter der Münchner Bibliothek vermacht hat. Aufgeteilt auf die Signaturen „Raffiana I“ bis „Raffiana XII“ liegen kistenweise Material zu Raffs Leben im Archiv und warten auf die Auswertung. Alleine „Raffiana I“ umfasst zwei grosse Kisten, in denen die von Raff aufbewahrten Briefe alphabetisch nach Absender geordnet abgelegt sind, insgesamt gut 1000 Briefe, zahlreiche davon aus der Feder der führenden Komponisten und Musiker seiner Zeit. Neben über 140 Briefen von Raffs engstem Freund Hans von Bülow finden sich jeweils etliche Briefe von Clara Schumann, Julius Stockhausen, Carl Reinecke, Pablo de Sarasate, Bernhard Cossmann, Joseph Joachim usw., usw. Die langen und intimen Briefe von Raffs Ersatzmutter Kunigunde Heinrich, des Stuttgarter Dichters Gotthold Logau, der das Libretto zur Oper „König Alfred“ schrieb, seines Weimarer „Mitmarls“ Dionys Pruckner oder seines Wiesbadener Dichterfreundes Karl Kösting geben einen spannenden, intimen Einblick in Raffs Wesen als Mensch und in seine Sicht auf das Leben. Die Arbeit hat damit erst begonnen: In „Raffiana II“ warten gut 400 Familienbriefe Raffs auf die Erschliessung, die meisten davon an seine Verlobte und spätere Ehefrau Doris Genast, die oft genug zwischen zehn und zwanzig Seiten umfassen können.

Don’t mess with Raff

„Die animose Weise, womit Sie in neuester Zeit sich gegen mich auszusprechen beliebten, erspart mir am Schlusse dieses jeden Zug freundlicher Artigkeit.“

Joachim Raff an den Kölner Musikalienhändler Matthias Schloss, 3. Mai 1847